Presseartikel

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Mitteldeutsche Zeitung vom 26. März 2009

VON MARION POCKLITZ

Verein Der Gierslebener Jürgen Fritz hat sein Hobby vor einigen Jahren zum Beruf gemacht. Neben dem Bauunternehmen Fritz gibt es auch die Koi-Fritz GbR.

 

In Kennerkreisen werden sie die „Könige des Gartenteichs“ genannt. Sie können bis zu 100 Jahre alt werden und manche Exemplare werden schon mal bis zu einem Meter groß. Sie sind gelb, eierschalenfarben und bunt. Oder rot-weiß oder schwarz-weiß. Einige sind nur weiß, haben aber einen roten Fleck auf der „Stirn“ - ein Sinnbild der japanischen Flagge. Ganz wie es der Koi-Liebhaber eben mag oder wünscht.

Auch Jürgen Fritz aus Giersleben hat davon so einige herrliche Exemplare in seinem Koi-Teich. „EinigePresseartikel3_91_1_93_.jpg
 meiner Koi sind sogar zahm. Sie fressen aus der Hand und begrüßen den Dobermann mit einem Nasenstupser“, erzählt der Koi-Freund und Koi-Experte. Denn was bei Jürgen Fritz vor Jahren mit einem kleinen Hobby begann, ist heute schon zu einem Fachhandel für Koi und Teichbau geworden. Und so gan
z nebenbei ist er auch der Vorsitzende vom Verein „Der Klan“ von der Landesgruppe Sachsen-Anhalt. Doch das alles war eine mehrjährige Entwicklung. „Angefangen hat alles zu DDR-Zeiten mit einem Teichbau, nachdem wir unser Haus gebaut hatten“, erklärte er. Und da auch Fische in diesen Teich sollten und er lieber Karpfen als Goldfische mag, zogen diese dann dort auch ein. „Ganz normale Karpfen. Es ist schon faszinierend, wenn solch ein Zwei-Kilo-Tier aus der Hand frisst“, findet er und fügt lächelnd noch hinzu: „Der Koi ist übrigens auch ein Karpfen.“ Nach der Wende holte er sich aus dem Zoohandel mal hier einen Fisch und mal dort. „Und dann ist ganz klar, dass man am Anfang viele Fehler macht. Fragen entstehen, wenn ein Fisch krank wird oder sogar stirbt. Hier gibt es in der Umgebung keinen Tierarzt, den man da zu Rate ziehen könnte, berichtet er.

So kam es, dass er nach Möglichkeiten suchte, Erfahrungen auszutauschen und Informationen einzuholen. Die bekam er in Ausstellungen des Vereins „Der Klan“. Dieser wurde 1991 in Krefeld von Koi-Liebhabern gegründet. „Die erste Ausstellung war ein einschneidendes Erlebnis. So viele edle Tiere auf einen Haufen zu sehen, das hat schon was. Und dann denkt man, wenn man einen 30 Zentimeter Koi im eigenen Teich hat, ist der schon groß. Doch dort sah ich Tiere von 90 Zentimetern Länge. Das sah schon aus wie ein kleines U-Boot“, erinnert sich Jürgen Fritz.

Am 2. Juni 2003 ist er dann dem Verein beigetreten. Vier Jahre später gründet er die Landesgruppe Sachsen-Anhalt und übernahm den Vorsitz. Am ersten Stammtisch den er am 21. Juli 2007 veranstaltete, nahmen 74 Mitglieder teil. „In Sachsen-Anhalt gab es jede Menge Leute, die sich mit diesem Hobby beschäftigt haben. Warum also nicht eine Landesgruppe gründen“, meinte er. Dass damit auch noch mehr Arbeit in seiner Freizeit auf ihn zukommt, darüber war sich der Bauunternehmer wohl im Klaren. „Doch über den Verein ist es nun möglich, Referenten einzuladen. Die Stammtische versuchen wir sechs Mal im Jahr durchzuführen“, berichtet er. Durch den Verein erfahre man viel über die neuste Teich- und Filtertechnik, welcher Tierarzt in der Nähe auch den Koi behandelt und man habe immer die Möglichkeit, auf Fragen eine Antwort zu erhalten.

Weil Jürgen Fritz auch dieses Hobby in seinen Beruf einfügen wollte, entschied er sich, den Gewerbeschein für den Handel mit lebenden Tieren zu holen. „Neben dem Bauunternehmen Fritz gibt es seit 3 Jahren nun die Koi-Fritz GbR“, lächelt er. Das öffnete ihm natürlich auch die Türen bei den Großhändlern. „Becken neben Becken, alle Farben, alle Größen und tausende Auswahlmöglichkeiten“, kommt er ins Schwärmen. So hat er vor drei Jahren in Gierslenen am Ortseingang investiert und seinen eigenen Koi-Handel eröffnet. Neben dem Handel mit den Fischen bietet er Gartengestaltung, Teichbau und Technik an.

Privat hat er jetzt seinen dritten Teichumbau im Kopf. „Aber das wird bestimmt das letzte Mal sein“, schmunzelt er. Er könne ja seine Koi-Liebhaberei auch auf Arbeit ausleben. Denn Hobby und Beruf lassen sich längst nicht mehr trennen, meint er, während er versunken ist das Becken mit den herrlichen Fische blickt. Zu den „Königen des Gartenteiches“ eben.

 

Die Herkunft der Koi ist nicht eindeutig geklärt. Sie sollen aus der Donauregion, dem Schwarzen Meer, dem kaspischen Meer, dem Aralsee, der heutigen Volksrepublik China, Japan oder aus Korea stammen. In China waren laut Überlieferungen schon vor 2.500 Jahren Farbkarpfen bekannt. Sie entstanden bei der Flusskarpfenzucht, die bereits im 11. Jahrhundert v. Chr. Eine große Tradition hatte, denn China ist das älteste Fischzuchtland. Schon vor mehr als 2.400 Jahren (zwischen 770 und 476 v. Chr.) während der sogenannten Frühlings- und Herbstperiode, schrieb der chinesische Hofbeamte Fan Li ein Fischzuchtbuch, welches das älteste der Welt ist. Als der erste Sohn des Philosophen Konfuzius zur Welt kam, soll der Herzog von Lu, Zhao Gong, ihm einen Karpfen geschenkt haben.

 

Der Karpfen symbolisiert Stärke, da er als einziger Fisch die Wasserfälle des Gelben Flusses bezwingen kann. Die heute hauptsächlich gezüchteten Koi kommen aus Japan. Aber auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel Israel, Singapur und Südafrika, werden heute schöne Tiere gezüchtet.



 

Super Sonntag vom 23.03.2008

 

 

 

















Super Sonntag vom 15.07.2007



  Jürgen Fritz und Werner Kosig (v.re.) sind die Mitbegründer der Landesgruppe Sachsen-Anhalt  

 

Koi-Liebhaber haben in Giersleben eine Landesgruppe gegründet.



Giersleben (lkr). Der aus Japan bekannte Edelkarpfen, der als Koi bezeichnet wird, findet auch in deutschen Teichen zunehmend ein Zuhause. Koi-Fans oder Liebhaber sind besonders von den vielen Farbschlägen der Fische, die einem sogar aus der Hand fressen begeistert. Im Jahr 1991 gründete sich der Klan e.V. in Deutschland. Wobei Klan für „Koi-Liebhaber am Niederrhein“ stehen soll. Hier ist der Hauptsitz des Vereins. Inzwischen haben sich 25 Landesgruppen deutschlandweit gebildet. Die Organisation dienen überwiegend dem Erfahrungsaustausch, denn der Umgang mit den Edeltieren, deren Krankheiten und die perfekte Haltung in den Teichen will gelernt sein.

So jeder macht hier seine Erfahrungen. Seit wenigen Wochen gibt es nun auch in Sachsen-Anhalt einen Koi-Klan. Vorsitzender der Landesgruppe mit Sitz in Giersleben ist Jürgen Fritz. Er und sein Stellvertreter Werner Kosig gehören zu den Gründern der Landesgruppe. Die beiden hoffen der Koi-Gemeinde in Mitteldeutschland damit eine Plattform zu bieten. Am 21. Juli um 10 Uhr soll in Giersleben im Landgasthaus Peter Becker in der Bahnhofstraße 33 der Stammtisch sein. Wie Jürgen Fritz informiert, sind hier nicht nur Koi-Besitzer und Koi-Liebhaber gern gesehen, sondern auch Teichbesitzer. Der Vorstand hat einen Referenten gewinnen können, der über seine vielfältigen Japanreisen in die Koiregion Niigata berichtet, Informationen zur Koi-Zucht und zum Koi-Einkauf gibt. Aber auch wie ein Gartenteich sauber gehalten werden kann, wird nicht unerwähnt bleiben. Wer zum ersten Koi- Stammtisch reinschauen möchte, kann sich beim Vorstand unter 034746-571717 anmelden.



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