Tierärztliche Betreuung

Tierärztliche Betreuung

KHV - Test 

Die Gesundheit unserer Koi liegt uns sehr am Herzen.

Keine Krankheit ist unter Koi soweit verbreitet wie der KHV - Virus. Aus diesem Grund wird unser Bestand, sowie alle Neuzugänge von Frau Dr. Pees betreut.

 


 

Alle Koi durchlaufen in unserer Anlage eine angemessene Quarantänezeit. Während dieser Zeit können sich die von dem Transport gestressten Fische erholen.

Erst jetzt - und natürlich nach negativem KHV - Test - werden die Koi verkauft.

 


 

Koi - Krankheiten

 

1.Kiemenhakenwurm - Dactylogyrus


Sie schädigen ähnlich wie auch Hauthakenwürmer die Schleimhäute und öffnen so die Tür für bakterielle Infektionen.

Die Kiemenhakenwürmer aus der Familie der Dactylogyridae umfassen in Europa mehr als 50 Arten. Eine genaue Artdifferenzierung findet wie bei Gyrodactylus spp. in der Routinediagnostik nicht statt. Die Dactylogyrus-Arten gehören zur Klasse der Monogenea (Hakensaugwürmer), welche über 2000 Parasiten der Fische (Salz- und Süßwasser) Reptilien, Amphibien und Krebse umfasst. Das Vorderende besteht aus vier mit Drüsen besetzten Haftlappen. Die Drüsensekrete dienen der Ernährung und reizen die Haut der Fische. An diesem Körperabschnitt hat der Parasit vier charakteristische dunkle Augenflecken. Das hintere Körperende der Hakenwürmer ist verbreitert und besitzt einen Hakenapparat mit zwei Haupt- und 14 Nebenhaken. Die Länge des Parasiten beträgt meist unter einem Millimeter.

Lebensweise / Vorkommen: Die Dactylogyrus spp. sind stationäre Parasiten, die vorzugsweise (aber nicht ausschließlich) das Kiemen-Epithel (Schleimhaut) besiedeln. Die Übertragung erfolgt in der Regel über neu geschlüpfte Parasiten, denn die ausgewachsenen Exemplare verbleiben meist auf ihrem Ursprungswirt. Mit Hilfe ihres Haftapparates (Halten und Bewegung) schädigen die Parasiten das empfindliche Epithel und ernähren sich von den oranischen Stoffen. Im Unterschied zu Gyradactylus (Hauthakenwurm) vermehrt sich Dactylogyrus über Eier - dieser Aspekt spielt in der Bekämpfung eine wichtige Rolle. Die Eier sind als braun bis schwarze Kugeln im ausgewachsenen Parasiten erkennbar. Nach ihrer Reifung sinken die Eier zu Boden. In ihnen entwickelt sich die nächste Generation von Kiemenhakenwürmern.

Krankheitserscheinungen und Folgen: Die Schleimhäute werde dierekt durch den Hakenapparat geschädigt bzw. irritiert. Diese Schädigung ist auf den Kiemen durch vermehrte Schleimbildung sowie eine Erblassung zu erkennen. Bei Jungtieren kann ein starker Befall zum Tod der Koi führen, größere Fische zeigen meist nur Kiemenklemmen oder -abstellen (oft nur einseitig zu beobachten) und halten sich vermehrt an Wassereinläufen auf. Wie beim Hauthakenwurm sind Sekundärkrankheiten ein großes Problem bei Befall mit Kiemenhakenwürmern. Die Folgeerkrankungen können sowohl von Bakterien verursacht werden (Aeromonaden und Pseudomonaden), welche zu "Löchern" in Haut und Muskulatur führen können, als auch von Pilzen (vor allem Saprolegnia). Es empfiehlt sich, die Primärerkrankung - den Befall mit Dactylogyrus - rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. In der Regel wird das Immunsystem der Koi dann nach einiger Zeit mit einer Sekundärinfektion fertig.

Diagnose: Bereits bei geringen Vergrößerungen eines Kiemen- und/oder Hautabstriches (etwa 10- bis 40-fach) kann man die Diagnose Dactylogyrus-Befall stellen. Als Merkmale von Dactylogyrus sollten dunkle Augenflecken sowie eventuell Eier im Körper des ausgewachsenen Parasiten erkennbar sein. Gegebenenfalls ist die Unterteilung der Haftplatte in vier Haftlappen zu sehen. Diese Merkmale dienen zur Abgrenzung von einem Gyrodactylusbefall (Hauthakenwurm). Wie bei fast jedem Parasiten muss man auch bei Dactylogyrus darauf hinweisen, dass man in vielen Kiemen- und Hautabstrichen vereinzelt Parasiten vorfindet, der Fisch jedoch keine Krankheitssymptome wie z.B. Scheuern/Kiemenklemmen zeigt. In diesen Fällen ist von jeglicher Behandlung abzuraten - denn ein gesunder Fisch kommt durchaus mit einigen Parasiten auf der Haut und den Kiemen gut zurecht. Wenn ein Pilzbefall der Haut und / oder Kiemen vorliegt muss Dactylogyrus als Ursache in Betracht gezogen werden. Daher ist eine genaue Diagnosestellung wichtig, wie so oft.

Behandlung: Da Dactylogyrus Eier legt und Behandlungen mit den gängigen Medikamenten gegen die Eier nicht wirksam sind, ist eine mehrmalige Behandlung notwendig. Diese erfolgt mit neuen Benzimidazolen (z.B. Flubendazol) oder Praziquantel. Eine Behandlung sollte im Idealfall dreimal erfolgen, der Abstand zwischen den Einzelbehandlungen ist von der Wassertemperatur abhängig.

Quelle : KLAN

2. Hilfe mein Koi ist krank ! - Was ist zu tun?

 

Costia :

  • Diagnose : übermäßige Schleimproduktion, gerötete Haut, offene Wunden, Kopf mit weißem Film bedeckt, abgeklemmte Flossen, Juckreiz
  • Vorbeugung : kein Stress, gute Wasserqualität
  • Behandlung : Mischung aus Malachitgrünoxalat und Formaldehyd oder Kochsalz 1,5 g - 3,0 g pro Liter

Chilodonella :

  • Diagnose : Flossenklemmen, starke Schleimproduktion, milchige Haut, Kiemenbefall, Abmagerung
  • Vorbeugung : gute Wasserqualität, kein Stress, keine Temperaturschwankung
  • Behandlung : Mischung aus Malachitgrünoxalat und Formaldehyd, Kaliumpermanganat 1,5 g auf 1 000 Liter, Kochsalz

Trichodina :

  • Diagnose : lebt auf Haut der Fische, reiben an Gegenständen und Teichwänden (Juckreiz), weißlich gefärbt
  • Vorbeugung : Teichheizung, Pflanzen und Lebendfutter desinfizieren
  • Behandlung : Teichbehandlung mit Kaliumpermangant 1,5 g auf 1 000 Liter, Kochsalzbad von 20 g / Liter, 10 - 20 min.

Ichthyophthirius (Weißpünktchenkrankheit) :

  • Diagnose : weiße Pünktchen, Veränderung des Verhaltens, Koi verliert Appetit
  • Vorbeugung : wenig Stress, gute Pflege + hohe Wasserqualität
  • Behandlung : Malachitgrünoxalat, Temperatur auf 28° erhöhen und diese eine Woche behalten

 

3. Koi-Seuche und Anzeigepflicht - Erfahrungen aus der Praxis

 

Die Koi-Seuche, verursacht durch das Koi-Herpesvirus (KHV), wurde im Dezember 2005 in einem deutschen Alleingang anzeigepflichtig gemäß Tierseuchengesetz. Durch eine Übereinkunft der Tierseuchenreferenten der Länder wurde die Anzeigepflicht für Zierfische im Jahre 2006 faktisch aufgehoben. Seit dem Frühjahr nun wird die Anzeigepflicht in vollem Umfang auch für Koi vollzogen, obwohl genaue Ausführungsbestimmungen (Fischseuchenverordnung) für KHV noch nicht festgelegt wurden.

Durch die Anzeigepflicht will der Gesetzgeber bestimmte seuchenhaft verlaufende Erkrankungen mit besonders großen wirtschaftlichen Auswirkungen (z.B. Schweinepest) oder auch wegen der Gefahr für den Menschen (Vogelgrippe, H5N1) in der Verbreitung eindämmen. Dies geschieht unter anderem durch Kontrolle der Handelswege, Vorschriften für den Seuchenfall usw.

Anzeigepflichtig für Tierseuchen heißt unter anderem, dass jeder Bundesbürger, der Kenntnis vom Ausbruch der Seuche erlangt, dazu verpflichtet ist, dies der zuständigen Behörde unverzüglich mitzuteilen. Dieser Mitteilung an das Veterinäramt folgt dann ein Besuch durch den Amtstierarzt, der versucht, den Ansteckungsweg zurückzuverfolgen. Weiterhin wird gemäß Tierseuchenschutzgesetz eine Betriebssperre für den betroffenen Bestand ausgesprochen mit der Konsequenz, dass weder Fische den Betrieb verlassen, noch neue Tiere hinzugekauft werden dürfen. Was für den Privatmann zunächst halb so schlimm wäre, für den Händler jedoch eine Katastrophe bedeutet, da jeder Tag, an dem unverkäufliche Fische gehältert werden müssen, tatsächlich Geld kosten. Die Konsequenz lautet demnach: Betroffene Fischbestände werden tierschutzgerecht getötet, die Becken desinfiziert und der Betrieb mit gesunden Fischen neu gestartet.

In der Praxis bedeutet dies, dass Händler einigen Mut aufbringen müssen, um neu importierte Fische zum Ende der Quarantänezeit tierärztlich untersuchen zu lassen. Die Konsequenzen im Falle des Nachweises der Koiseuche sind eben drastisch und bedeuten bestenfalls - neben dem wirtschaftlichen Schaden durch die verlorenen Fische - einige Wochen ohne Verkauf.

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Erstes klinisches Anzeichen für KHV: Kleine Koi liegen gehäuft mit

angelegten Flossen am Boden 

 

Möglicherweise unterliegen auch die gesund erscheinenden Bestände der Verkaufssperre, wenn nicht wirklich konsequent Verkaufsanlage und Quarantäne vor allem räumlich, idealerweise auch personell voneinander getrennt wurden. Und genau dies ist nach meiner Erfahrung in vielen Betrieben nicht der Fall. Es werden Hälterungskapazitäten ebenso zu Quarantäne wie auch zum Verkauf genutzt. Es gibt zu wenige Wannen und Kescher. Desinfektionsmaßnahmen sind unbekannt. Hier würde natürlich ein Virusnachweis in einem beliebigen Becken drastische Folgen für die gesamte Anlage nach sich ziehen.

Die Anzeigepflicht ist da und nach einigem Zögern haben sich mittlerweile viele Betriebe ernsthaft damit auseinandergesetzt. Wieder einmal zeigt es sich, dass möglichst frühe und nachvollziehbare Kontrolle bei den Herkunftsbetrieben und den Importeuren viel Schaden von unseren Koi-Teichen fernhalten können. Bleibt zu wünschen, dass mit einer speziellen Ausführungsverordnung in Zukunft eine klare Handhabe geschaffen wird, um besser mit dem Thema Koi-Seuche umgehen zu können.

 

Einene Kleinen Einblick geben zwei Fälle aus dem Frühsommer 2007:

1 Im Fall eines Privatmannes in Süddeutschland, der den Fehler beging, zu seinen vielen wirklich schönen Koi einige billige (und wohl nicht ausreichend untersuchte) Baumarkt-Koi zu setzen. Klassisch, nach etwa zehn Tagen lebten diese nicht mehr und wenige Wochen danach war der größte Teil des Bestandes dahin. Das folgende Bild von KHV-geschädigten Kiemen zeigt eindrucksvoll die Todesursache.

 

Durch die Koiseuche sind die Kiemen dieses Koi stark geschädigt.Unbenannt1_91_1_93_.jpg

 

2 In einem anderen Fall hat ein kleiner Zierfischhändler Koi in drei Größen vom Großhandel gekauft, mit angeblichem KHV-Zertifikat, und die Tiere in drei verschiedene Becken gesetzt. Dieser Händler hat einiges richtig gemacht: Erstens hat er sich nicht auf die Atteste alleine verlassen, sondern ließ zusätzlich noch vorsorglich im eigenen Betrieb auf KHV testen. Außerdem hatte er ausschließlich Fische vom dem Großhändler, so dass die Frage der Herkunft des Virus nicht gestellt werden musste. Klinische Anzeichen waren nur bei einigen kleineren Koi zu sehen. Diese starben nicht akut, lagen aber gehäuft mit angelegten Flossen am Beckengrund. Kurz gesagt war die Folge der Tod der infizierten Fische und die zweimalige KHV-Kontrolle der räumlich getrennten größeren Fische während der vierwöchigen Verkaufssperre. Diese Fische durften dann wieder in den Verkauf gelangen. Man stellte sich vor, welcher Schaden durch die Verbreitung der kleinen Virusträger entstanden wäre!

 

 

 

 

 

Quelle:KOI KLAN 3/2007